Unimog

Der Unimog, heute in 165 Ländern weltweit eingesetzt, wurde 1951 von Albert Friedrich zur landwirtschaftlichen Nutzung entwickelt. Als Allradfahrzeug vereint dieser die Geländegängigkeit eines Traktors mit der Nutzlast eines LKW. Mit seinen zahlreichen Anbaumöglichkeiten ist dieser heute im kommunalen Dienst, in der Landwirtschaft, beim Militär oder als exklusives Reisemobil im Einsatz. Eben überall wo es auf Zuverlässigkeit ankommt.

Die Anfänge

Bereits kurz nach dem Krieg hatte Albert Friedrich, als Antwort auf den Marshall Plan, die Idee für ein Fahrzeug, das die Landwirtschaft rationalisiert und jedem Standardschlepper überlegen ist.

1945

erteilt das amerikanische Militär der Gold- und Silberwarenfabrik Erhard & Söhne mit Albert Friedrich als Konstrukteur eine "Pruction Order" zur Entwicklung des späteren Universal Motor Gerätes, kurz Unimog. Erste Skizzen werden angefertigt. Die Bauerlaubnis wird nur erteilt, da der Unimog keinem militärischen Zweck dient. Des weiteren wird er aus steuerlichen Gründen als landwirtschaftliches Fahrzeug eingruppiert.

1946

Die ersten 6 Prototypen des Unimogs werden gebaut und auf Herz und Nieren getestet.

1947

Endlich steht der Motor OM636 mit 25PS zur Verfügung, später ein Universalmotor für allerlei Fahrzeuge. Da bei Erhard und Söhne keine Möglichkeit besteht den Unimog in Serie zu fertigen, wird die Produktion zur Werkzeugfabrik Böhringer nach Göppingen verlagert.

1948

Vorstellung auf der DLG in Frankfurt.

1949

Die ersten Unimog werden bei der Firma Böhringer gebaut. Für seinen vielseitigen Einsatzzweck ist der Unimog mit 12.000 DM, später 9.975 DM, ein relativ günstiges Fahrzeug. Markenzeichen des Unimogs ist der stilisierte Ochsenkopf.

Übernahme durch Mercedes Benz

1951

werden bereits 600 Unimog bei Böhringer gebaut. So kommt es, dass 1950 Mercedes Benz den Unimog Komplex übernimmt und diesen im Schwerlastwagen-Werk in Gaggenau ansässig macht. Die Produktion des jetzt Unimog 2010 heißenden Universal Motor Geräts beginnt am 3 Juni und kann bald in zahllosen Varianten bestellt werden.

1953

erhält der Unimog den Mercedes-Stern.

Neben der Cabrioversion wird nun von Westfalia ein Fahrerhaus mit rundlicher Form gebaut. Die 400er Nummern werden eingeführt.

1955

entfällt das Ochsenkopf-Symbol. Durch Zapfwelle und Riemenscheibenantrieb erweckt der Unimog auch im Ausland Interesse.

1956

Der letzte 25PS Unimog läuft vom Band. Bis 1956 werden 16.250 Stück gebaut.

1955

bereits 1950 bestellt die französische Armee den Unimog mit 25 PS. Der Unimog 404 S erscheint. Neue Einsatzzwecke erschließen sich. Der Unimog wird zum Allrad-Lastkraftwagen und erobert neben Militär auch Behörden wie Zivilschutz und Feuerwehr

1956

Der Unimog 411 erscheint und ist nun endlich mit 30 PS Diesel- Aggregat erhältlich. Der Unimog erhält ein vollsynchronisiertes 6 Gang Getriebe. Dieses wird bald in 70% aller Unimog verbaut.

1957

die Leistung wird auf 32 PS gesteigert. Das neue Gesicht des geschlossenen Ganzstahl Fahrerhauses ähnelt nun dem Omnibus Typ O319. Des weiteren hat der 411 einen um 400mm längeren Radstand.

1959

Der U34 wird zur Grundlage des gesamten Unimog Programms. Des weiteren steigt die Leistung auf 34 PS und ein  vollsynchronisiertes Getriebe ist ab September serienmäßig.

1963

erscheint der Unimog 406 mit OM 312 Motor und 65 PS. Dieser wird später vom OM 352 ersetzt. Der OM 352 leistet bis zu 84 PS. Zukünftig wird als Typenbezeichnung der 10 fache Wert der Motorleistung genommen. Aus dem U84 wird so z.B. der U900. 1973 erhält der Unimog 406 und 403 serienmäßig Scheibenbremsen.

1965

Der Unimog 416 kommt auf den Markt. Als Pate dient der größere Unimog 406. Mit einem Radstand von 2.900 mm entspricht dieser dem des Unimog 404 S. Dadurch kann dieser nun auch als Sattelzugmaschine verwendet werden. Verfügbar war der Unimog 416 mit 2 Rahmenlängen: 4.350mm und 4.830mm. Mit einem immer größer werdenden Aufgabenspektrum wird ab einer Leistung von 66 PS auch die Bremsanlage des Unimog überarbeitet. Hauptabnehmer des Unimog sind fremde Heere.

1966

Für den unteren Leistungsbereich kommt der Unimog 421 und für den mittleren Leistungsbereich der Unimog 403 auf den Markt. In beide Modelle fließen die neuesten Erkenntnisse des Fahrzeugbaus ein. Beim 421 kommen die besonders wirtschaftlichen Motoren OM615 und OM616 zum Einsatz. Diese leisten 52 - 60PS. Beim 403 kommt der OM 214 Vier Zylinder Motor zum Einsatz. Ein Grund zum Feiern ist der 100.000 Unimog.

Schwere Baureihe / Zukunft

1976

Der schwere Unimog 425 geht in Serie. Mit neu entwickeltem Fahrerhaus, Servolenkung, zwei Kreis Bremsanlage und 6 Zylinder OM 352 Motor ist dieser für die Zukunft gut gerüstet. Nach unten ergänzen sollte diesen der Unimog 424. Anfangs nur mit 4 Zylindern ausgerüstet, leisten dessen 6 Zylinder Motor später bis zu 150 PS und sind mit einem Turbo aufgeladen.

1986

Als Nachfolger des Unimog 406 präsentiert Mercedes Benz den Unimog 417. Dieser behält das klassische Fahrerhaus.

1988

Wachablösung für den Unimog 425 sowie Unimog 435 ist der Unimog 437. Für die neue  sehr erfolgreiche Baureihe des Unimog 427 (6000 Stück) sowie den Unimog 437 steht der neu entwickelte OM366 zur Verfügung.  Dank Ladeluftkühlung und Turbolader leisten die neuen Motoren nun bis zu 240PS. Ein Bordcomputer, die elektronische Hubwerksregelung, sowie die Reifendruckregelanlage erleichtern die Arbeit auf dem Feld.  Beim Unimog 417, 427 und 437 wandern die Scheinwerfer in die Stoßstange des Fahrzeuges.

1992

Der U90 der leichten Baureihe 408 sowie U110 und U140 der schweren Baureihe 418 gehen in Serie. Ausgerüstet sind diese mit neuem Fahrerhaus mit mehr Komfort sowie Insassensicherheit. Am auffälligsten ist der asymetrische Sichtkanal, der bessere Sicht auf etwaige Anbaugeräte bietet. Im Unimog 408 kommt der OM 602 5 Zylinder Motor zum Einsatz. Im 418 der 4 Zylinder Motor OM 364.  1993 gibt es den Unimog dann auch als “Leasingmodell”.

1996

Mit einer neu entwickelten Fahrerkabine aus Faserverbundwerkstoffen, einem 122 PS Motor sowie Fronthebevorrichtung und Allradantrieb debütierte der Unimog UX100 nur kurz bei Unimog. 1999 wurde dieser an die Firma Hako verkauft.

1995

Als Krönung der schweren Unimog Baureihe verlässt der Unimog U2450L 6x6 mit 3 angetriebenen Achsen das Band.

2000

Ins neue Jahrtausend startet Unimog mit dem Unimog 405. Dieser kommt in komplett neuem Gewand daher. Die 4 und 6 Zylinder Motoren 904LA und 906LA leisten 150PS - 286 PS. Genauso wie beim UX100 kann der Unimog 405 durch ein “Vario Pilot” genanntes System auf der Fahrer- sowie Beifahrerseite gesteuert werden. Neben einem “Automatic Shift” Getriebe das ein Wechsel zwischen Vorwärts- und Rückwärtsfahrt ohne Anhalten ermöglicht, hält auch das ISO Bus System Einzug. Somit sind Anbaugeräte über einheitliche Bedienelemente bedienbar.

2002

Der Unimog feiert seinen 50 Geburtstag. Neuer Produktionsstandort ist Wörth bei Karlsruhe. Bis hier haben 320.000 Unimog den Produktionsstandort in Gaggenau verlassen. Das Unimog Programm gliedert sich nun in den geländegängigen Geräteträger Unimog 405 und den Hochgeländegängingen Unimog 437.4, bei dem ebenfalls das "Automatic Shift" Getriebe verfügbar ist. Als Besonderheit ist die Leistungshydraulik ausbaubar. Dies erhöht die Nutzlast um 250KG.

2007

kommt als kompakter Unimog der U20 auf den Markt der in einer 8,5 Tonnen sowie einer 7,5 Tonnen  Version verfügbar ist. Im Unterschied verfügt dieser über ein Frontlenkerführerhaus.