MB Trac

MB Trac Story

1967
Obwohl der Unimog landwirtschaftliche Wurzeln hatte, verkaufte man 1967 den Unimog hauptsächlich an Bauunternehmen und Kommunen. In Absprache mit Dr. Alfred Rummel entwickelte man im Geheimen einen neuen, langsam fahrenden Systemschlepper. Da Heinrich Rößler, der Chef Konstrukteur des Unimog, sich weigerte, diesen zu entwickeln, betraute man Martin Tegtmeier mit der Entwicklung.
1969
Unter der Vorgabe, möglichst viele Teile aus dem Unimog Sortiment zu verwenden rollte der erste fahrfähige Versuchsträger aus der Halle.
1970
Nach 2 Prototypen begann man mit der Entwicklung des Serienfahrzeuges und unternahm erste Versuche in den Niederlanden auf schweren Polderböden. Da der Name Unitrac bereits vergeben war, entschied man sich für den Namen MB Trac, die Kurzform für Mercedes Benz Traktor.
1971
Ein weiterer Prototyp erscheint. Hier fließen die neuesten Erkenntnisse ein. Während man anfangs von einem offenen Führerhaus ausging, entschied man sich für ein geschlossenes mit Heizung. Dieses war 1971 noch keine Selbstverständlichkeit.
1972
Während man sich bei Deutz mit dem neu entwickelten Intrac auf der DLG in Hannover die Hände rieb, überraschte Mercedes mit einer Neuentwicklung, die alle Erwartungen übertraf. So mussten auf der DLG für den großen Ansturm zusätzliche Ordner eingesetzt werden und es gingen 350 Bestellungen ein. Der 60/65 war ausgestattet mit einem OM 314 Motor mit 65 PS. Ausgerüstet mit Differenzialsperre, verschiedenen Getriebeversionen, gefederter Vorderachse sowie Zapfwelle und der Möglichkeit, die meisten Unimog Anbau-Geräte verwenden zu können, ließ dieser beim Landwirt kaum Wünsche offen.
1974
verließ der 1000. MB Trac das Montageband. Der MB Trac belegt Platz 1 der Zulassungsstatistik und schnell wird klar: es muss in weitere Leistungsklassen expandiert werden. So kommen der MB Trac 1100 und 1300 sowie der 1500 mit 6 Zylinder OM352 Motor auf den Markt.
1985
Als 1985 schwarze Wolken am Firmament aufziehen und Deutz die Produktion des Intrac einstellt beschliesst man, die Entwicklung von Intrac und MB Trac zusammenzuführen,. Man gründet die TTE (Trac Technik Entwicklungsgesellschaft) und die TTV (Trac Technik Vertriebsgesellschaft). Deutz hält an beiden Gesellschaften mit 60% die Mehrheit, nichts ahnend, dass dies später das Aus für den MB Trac bedeuten soll. Mann entwickelt gemeinsam den 1020.
1990
Nach der Öffnung der neuen Märkte werden neue zeitgemässe Traktoren benötigt. Mann entwickelt als Antwort das letzte Flaggschiff mit Stern: Den MB Trac 1800 Intercooler. Dieser, basierend auf dem MB Trac 1560 Turbo, wurde mit einem Ladeluftkühler ergänzt. Somit leistet dieser 180 PS. IM selben Jahr teilt Deutz mit, dass die Produktion des MB Trac vertragsgemäß beendet wird und übernimmt 100% der Mercedes Anteile vom MB Trac.
1991
läuft am Am 17. Dezember in Gaggenau der letzte MB Trac vom Band. Insgesamt wurden 41.365 MB Tracs gebaut. Davon besitzen 24.603 Vierzylindermotoren. Viele sind davon noch heute täglich im Einsatz. Der offiziell letzte MB Trac ist ein MB Trac 1800 Intercooler. Dieser ist heute im Unimog Museum Gaggenau zu bewundern. Mit seiner schwarzen Lackierung und einigen Chrometeilen wird dieser auch “Black Beauty” genannt.